Advent in Wien mit Kindern, ohne im Gedränge zu stehen
Die Wiener Adventmärkte sind schön, und sie sind ab Ende November ab vier Uhr nachmittags so voll, dass man mit einem Kinderwagen keine drei Meter weit kommt. Wer schon einmal mit einem müden Vierjährigen zwischen Punschständen festgesteckt ist, weiß, dass „wir gehen kurz auf den Christkindlmarkt" auch schiefgehen kann.
Es geht aber anders. Wir haben zusammengeschrieben, welche Märkte mit Kindern wirklich funktionieren, wann man hingeht, und was man in der Adventzeit sonst noch machen kann.
Märkte, die mit Kindern funktionieren
Der Markt vor dem Schloss Schönbrunn
Groß genug, dass sich die Leute verteilen, und mit einem eigenen Bereich für Kinder samt Bastelwerkstatt. Der Vorteil gegenüber der Innenstadt: Man kann davor oder danach in den Schlosspark ausweichen, wenn es zu viel wird.
Der Markt am Karlsplatz
Der ruhigste der großen Märkte, mit Strohballen, Tieren und viel Handwerk. Weniger Punsch, weniger Gedränge, mehr zum Anschauen. Wenn wir nur einen Markt mit kleinen Kindern empfehlen dürften, wäre es dieser.
Tipp: Der Spielbereich mit den Strohballen ist der eigentliche Grund, warum Kinder hier gerne bleiben. Wechselgewand ist trotzdem eine gute Idee.
Der Markt am Spittelberg
Enge Gassen, kleine Stände, viel Atmosphäre – aber genau deshalb abends kaum mit Kinderwagen zu schaffen. Am frühen Nachmittag, wenn gerade aufgesperrt wird, ist es eine der schönsten Ecken der Stadt.
Die Grätzlmärkte in den Bezirken
Fast jeder Bezirk hat seinen eigenen kleinen Advent, oft nur an einem Wochenende. Diese Märkte sind klein, leistbar und voller Familien aus der Nachbarschaft – mit Kindern meistens die bessere Wahl als die großen Namen.
Was gerade wo stattfindet, steht in unserem Veranstaltungskalender.
Der Zeitpunkt macht den Unterschied
Vormittags statt abends
Der wichtigste Rat überhaupt: Die großen Märkte sind bis etwa drei Uhr nachmittags angenehm leer. Danach kommen die Leute nach der Arbeit, und mit kleinen Kindern wird es zäh.
Unter der Woche statt am Wochenende
Ein Dienstagnachmittag auf einem Adventmarkt ist ein anderer Ort als ein Samstagabend. Wer flexibel ist, verschiebt den Besuch – die Stände sind dieselben, das Erlebnis ist ein völlig anderes.
Die ersten Tage statt der letzten
Ende November, gleich nach dem Aufsperren, ist alles neu und noch nicht überlaufen. In der letzten Woche vor Weihnachten ist die Innenstadt mit Kindern kaum zu empfehlen.
Advent abseits der Märkte
Die Vorlesestunden in den Büchereien
In der Adventzeit haben viele Zweigstellen eigene Programme mit Geschichten und Basteln – im Warmen, gratis und ohne Gedränge. Die Standorte stehen unter Bibliotheken.
Theater und Puppenspiel
Der Advent ist die dichteste Theaterzeit des Jahres für Kinder. Vom Puppentheater bis zum großen Haus ist fast täglich etwas im Programm, oft schon für Dreijährige.
Tipp: Karten für die Wochen vor Weihnachten sind früh weg. Wer erst im Dezember schaut, nimmt, was übrig ist.
Der Tiergarten Schönbrunn im Dezember
Leer, ruhig, und viele Tiere sind bei Kälte aktiver als im Sommer. Ein Vormittag im Tiergarten ist für Kinder oft der bessere Adventausflug als ein Markt – und er endet nicht mit einem Zusammenbruch an einem Punschstand.
Ein Spaziergang durch die beleuchteten Straßen
Kostet nichts und ist für kleine Kinder das eigentliche Erlebnis: die Lichter über der Kärntner Straße, am Graben und in der Mariahilfer Straße. Eine halbe Stunde reicht völlig.
Kekse backen als Programmpunkt
Nicht jeder Adventtag muss ein Ausflug sein. An den nassen, dunklen Nachmittagen ist die Küche der beste Ort der Stadt, und Kinder erinnern sich später eher daran als an den vierten Markt.
Was in der Adventzeit sonst noch für Familien läuft, sammeln wir laufend in unserem Veranstaltungskalender. Wenn euer Grätzlmarkt dort fehlt: Schreibt uns, wir nehmen ihn auf.